An die eigenen Prügel gewöhnt

#meetoo
Jeremy Waldron sieht keineswegs die Meinungsfreiheit auf dem Campus in Gefahr. Denn es geht ja nicht nur darum, 'Schneeflöckchen' vor anderen Standpunkten zu schützen, sondern die Auftritte von Rassisten oder Alt-Rightern zu verhindern. Und es könne ruhig immer ein bisschen laut werden, wenn junge Leute protestieren. Dennoch fragt er sich, ob die Universitäten ein Ort demokratischer Bildung sein können, als der sie oft so feierlich beschworen werden: "Gemeinschaftskunde mag ihren Platz an weiterführenden Schulen haben, aber sie gehört nicht ans College. Sigal Ben-Porath schreibt, dass 'StudentInnen ans College kommen, um zu lernen, und das gemeinsame Lernen - von Geschichte, Biologie oder Französischer Literatur - erfordert die Einhaltung von wissenschaftlicher Praktiken'. Im Chemie-Labor gibt es nicht viel zu diskutieren über Meinungsfreiheit. .


Aber Ben-Porath belässt es nicht dabei, sie fügt hinzu, dass es immer ein Element demokratischer Erziehung gebe, weswegen es sinnvoll sei, Dozenten am College zu haben, die StudentInnen auf ein politisches Leben vorbereiten. John Palfrey sagt Ähnliches über das College: 'Wir lehren nicht nur Mathematik, Wissenschaft, Lesen und Schreiben, Sprachen, Künste und andere akademische Fächer an unseren Universitäten. Wir lehren auch Charakter und moralische Entwicklung.' Die Idee dahinter ist eher, dass der demokratische Charakter aus der Art erwächst, wie ein Fach unterrichtet wird. Aber ist das eine realistische Erwartung? Warum sollte Toleranz die Tugend sein, die aus dem intensiven Studium der Trigonometrie erwächst? Warum nicht Skepsis oder Selbstvertrauen, eine Art angelernte Überlegenheit oder der Anspruch auf Privilegien? Man muss nicht aufs College gehen, um ein guter Bürger zu werden."In der heutigen Türkei leben Trans-Menschen gefährlich, unter den Osmanen jedoch waren sie weithin akzeptiert erinnert uns Kaya Genc. In der osmanischen Dichtung wurden schöne Jungen, Muezzine und Schlachter besungen, ohne Rücksicht auf Klasse oder Geschlecht: "Der Osmanische Hof, der Frauen das Tanzen auf der Bühne verbot, ließ sich von männlichen Crossdressern unterhalten, Köçeks genannt, die am Hof des Sultane aufgezogen wurden, um in weiblichem Ornat aufzutreten, bis sie ihre jugendliche Schönheit ....

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