Dunja Rajter: Nicht nur Schlager und Herzschmerz im Repertoire

Dunja Rajter: Nicht nur Schlager und Herzschmerz im Repertoire

Schlager
Selbst dem Teufel gewährt die Sprache einen Anwalt: den Advocatus diaboli.
Also darf ausnahmsweise auch der Schlager einen Hauch von Nachsicht reklamieren, mit Dunja Rajter als Probe aufs Exempel. 1964 kam sie aus Kroatien und lebt seither in Deutschland. Mit 72 hat sie kürzlich ihre Autobiografie vorgelegt und werkelt an einer Spätkarriere, was ihr in der Burgruine (rund 900 Sitze) immerhin halbvolle Reihen einbrachte.Klar ist das begleitende „Otti Bauer Orchester“ eine pure Schlager-Kombo, die auf ihrem Feld aber doch einen Namen hat, da sie seit Jahrzehnten in populär-gewöhnungsbedürftigen TV-Formaten wie den „Lustigen Musikanten“ auftritt. Auch schlechte Musik will ja gut gemacht sein. Ottis Mannen an Gitarre, Bassgitarre, Drums und Keys lieferten das, nachdem der schleppende Anfang mit wackligen Anschlüssen bewältigt war. .



Den besten Eindruck machten Kim Bauer (Geige) und die zweite Sängerin Kerstin Schneider. Dazu noch ein Backgroundchor.Mit NiveauSchlager also – aber wirklich von A bis Z? Zugegeben, man könnte es merkwürdig finden, wenn ein Schlagersternchen so überraschende Titel einstreut wie „Sometimes I Feel Like A Motherless Child“, Leonard Cohens „Halleluiah“ oder „Donna, Donna“. „Donna“ kennt man sonst vom Folksänger Donovan, der ein altes jüdisches Volkslied aufgriff, und den Sklavensong „Motherless Child“ haben Leute, die richtige Musik mögen, vom legendären Auftritt Richie Havens’ in Woodstock im Ohr. Man könnte einwenden, die Einbettung solch hochrespektabler Lieder zwischen Rajter-Schlagern von „Nur nicht aus Liebe weinen“ bis „Was ist schon dabei“ tue ihnen Gewalt an.Könnte man. Muss man aber nicht. .

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